Sei $f: [-\pi, \pi] \to \mathbb{C}$ eine $2\pi$-periodische, integrierbare Funktion. Die Fourier-Reihe von $f$ ist:
Die Fourier-Koeffizienten sind definiert als:
Alternativ kann man schreiben:
mit den Koeffizienten:
Die Beziehung zwischen komplexer und reeller Form: $\hat{f}(n) = \frac{a_n - i b_n}{2}$ für $n > 0$ und $\hat{f}(-n) = \overline{\hat{f}(n)}$ für reelle $f$.
$S_N f(x) \to f(x)$ für jedes feste $x$:
Beachte: $N_0$ hängt von $x$ ab!
$S_N f \to f$ gleichmäßig:
Hier ist $N_0$ unabhängig von $x$!
$S_N f \to f$ in $L^2$:
Die Fourier-Reihe konvergiert absolut, wenn:
Absolute Konv. $\Rightarrow$ Gleichmäßige Konv. $\Rightarrow$ Punktweise Konv.
Aber: $L^2$-Konvergenz steht quer dazu!
$L^2 \not\Rightarrow$ punktweise und punktweise $\not\Rightarrow$ $L^2$
Für $f \in L^2[-\pi, \pi]$ gilt:
Bedeutung: Die Energie einer Funktion im Zeitbereich = Energie im Frequenzbereich. Zeigt auch die Isometrie der Fourier-Transformation auf $L^2$.
Ist $f$ von beschränkter Variation auf $[-\pi, \pi]$, dann gilt für alle $x$:
An Stetigkeitsstellen konvergiert die Fourier-Reihe gegen $f(x)$. An Sprungstellen gegen den Mittelwert der links- und rechtsseitigen Grenzwerte.
Für jede stetige, $2\pi$-periodische Funktion $f$ konvergieren die Cesàro-Mittel gleichmäßig:
Die Cesàro-Mittel haben bessere Konvergenzeigenschaften als die Partialsummen selbst!
Für $f \in L^1[-\pi, \pi]$ gilt:
Die Fourier-Koeffizienten gehen immer gegen Null. Die Umkehrung gilt nicht!
Für $f \in L^2[-\pi, \pi]$ konvergiert die Fourier-Reihe fast überall punktweise gegen $f$:
Einer der tiefsten Sätze der harmonischen Analysis (1966). Der Beweis ist sehr technisch.
Sei $f$ $2\pi$-periodisch, integrierbar mit $\hat{f}(n) = 0$ für alle $n$ und $f$ stetig bei $x_0$. Dann $f(x_0) = 0$.
Korollar 10: Sind $f, g$ stetig mit $\hat{f}(n) = \hat{g}(n)$, dann $f \equiv g$.
Korollar 37: Ist $f$ integrierbar mit $\hat{f}(n) = 0$ für alle $n$, dann $f = 0$ fast überall.
Ist $f$ $2\pi$-periodisch, integrierbar und Lipschitz bei $x_0$ (d.h. $|f(x)-f(x_0)| \leq C|x-x_0|$), dann:
Es existiert eine stetige $2\pi$-periodische Funktion $f$, deren Fourier-Reihe in einem Punkt $x_0$ nicht konvergiert: $S_N f(x_0) \not\to f(x_0)$.
Deshalb brauchen wir Summationsmethoden wie Cesàro (Fejér) oder Abel (Poisson)!
Für $f \in L^2[-\pi,\pi]$:
Lemma 39 (Beste Annäherung): $S_Nf$ ist die beste Approximation in $L^2$ unter allen trigonometrischen Polynomen vom Grad $\leq N$.
Für jedes $f \in L^2$:
Parseval liefert die Gleichheit — Bessel ist die schwächere Abschätzung.
Die Partialsumme ist die Faltung: $S_N f = f * D_N$
Der Dirichlet-Kern ist keine Approximation der Identität, da $\|D_N\|_1 \to \infty$ (er ist nicht positiv und sein $L^1$-Integral ist unbeschränkt).
Die Cesàro-Mittel: $\sigma_N f = f * F_N$
Der Fejér-Kern ist eine Approximation der Identität, denn:
Sei $f$ stetig und $2\pi$-periodisch. Dann:
Korollar 35: Für stetige $f$ gilt $A_r(f) \to f$ gleichmäßig für $r \to 1^-$.
Eine Familie $\{K_N\}$ heißt Approximation der Identität, wenn:
Die Faltung im Zeitbereich entspricht der punktweisen Multiplikation im Frequenzbereich. Das ist das fundamentale Prinzip hinter der Fourier-Analysis!
wobei $\frac{1}{p} + \frac{1}{q} = 1 + \frac{1}{r}$ mit $1 \leq p, q, r \leq \infty$.
Für $f \in L^1(\mathbb{R})$:
Es gilt $\|\hat{f}\|_\infty \leq \|f\|_1$ (die Abbildung $f \mapsto \hat{f}$ ist stetig $L^1 \to L^\infty$).
$f : \mathbb{R} \to \mathbb{C}$ heißt Schwartz-Funktion, falls $f \in C^\infty$ und für alle $k, j \in \mathbb{N}_0$:
Der Raum $\mathcal{S}(\mathbb{R})$ ist abgeschlossen unter Ableitung, Multiplikation mit Polynomen, Faltung und Fourier-Transformation.
$\Phi(x) = e^{-\pi x^2}$ ist eine Schwartz-Funktion und Eigenfunktion der FT: $\hat{\Phi} = \Phi$
Für $f \in L^1(\mathbb{R})$ und $g \in L^\infty(\mathbb{R})$:
Satz 60: $\widehat{f * g}(\xi) = \hat{f}(\xi) \cdot \hat{g}(\xi)$ (Faltungssatz auf $\mathbb{R}$)
Sei $f \in L^1(\mathbb{R})$ mit $\hat{f} \in L^1(\mathbb{R})$. Dann:
Für $f \in \mathcal{S}(\mathbb{R})$ gilt die Formel für jedes $x$.
Die FT ist eine Isometrie auf $L^2(\mathbb{R})$. Satz 69: Sie ist sogar ein isometrischer Isomorphismus.
$(K_\varepsilon)_{\varepsilon > 0}$ heißt gute Familie, wenn:
Lemma 62: Ist $K \in L^1$ mit $\int K = 1$, dann ist $K_\varepsilon(x) := \frac{1}{\varepsilon}K(x/\varepsilon)$ eine gute Familie.
Sei $\psi \in \mathcal{S}(\mathbb{R})$ mit $\|\psi\|_2 = 1$. Dann:
Gleichheit gilt genau für $\psi(x) = \alpha \, e^{-\beta x^2}$ (Gaußfunktionen).
Je konzentrierter eine Funktion im Zeitbereich ist, desto breiter ist ihre Fourier-Transformierte im Frequenzbereich — und umgekehrt. Man kann nicht gleichzeitig in beiden Bereichen scharf lokalisiert sein.
Sei $f : S^1 \to \mathbb{R}$ stetig. Dann existiert eindeutig $g : \overline{D} \to \mathbb{R}$ stetig mit:
Die Lösung ist gegeben durch die Abel-Mittel:
wobei $h(x) = f(e^{ix})$ und $0 \leq r < 1$.
Für eine geschlossene einfache Kurve mit Länge $L$ und eingeschlossener Fläche $A$:
Gleichheit genau für Kreise. Beweis (Hurwitz): Fourier-Entwicklung der Kurve + Parseval-Identität.
Sei $\alpha \in \mathbb{R} \setminus \mathbb{Q}$ irrational. Dann ist die Folge $\{\langle n\alpha \rangle : n \in \mathbb{N}\}$ gleichverteilt in $[0,1)$:
Beweis: Reduktion auf Exponentialfunktionen, dann Fejér-Approximation.
Sei $f \in B_\Omega$ (bandbegrenzt mit Bandbreite $\Omega$). Dann:
mit Konvergenz in $L^2$ und gleichmäßig.
Für $f \in B_\Omega$:
Die $L^2$-Norm wird durch die Abtastwerte bestimmt — keine Information geht verloren!
An Sprungstellen einer Funktion zeigt die Fourier-Reihe ein charakteristisches Überschwingen.
Das Überschwingen beträgt immer ca. 9% der Sprunghöhe (genauer: $(2/\pi)\int_0^{\pi} \frac{\sin t}{t}\,dt - 1 \approx 0.0895$), unabhängig von $N$!
Das bedeutet: Auch wenn $N \to \infty$, verschwindet das Überschwingen nicht — es wird nur schmaler, aber die Höhe bleibt gleich.
Die Fejér-Summation (Cesàro-Mittel) zeigt kein Gibbs-Phänomen! Das ist ein weiterer Vorteil der Cesàro-Mittel.
Je glatter eine Funktion, desto schneller fallen ihre Fourier-Koeffizienten ab:
Auch umgekehrt: Schnell abfallende Koeffizienten $\Rightarrow$ glatte Funktion. Bei $|\hat{f}(n)| = O(|n|^{-k-2})$ ist $f$ mindestens $k$-mal stetig differenzierbar.
Ableitung im Zeitbereich = Multiplikation mit $(in)^k$ im Frequenzbereich.